„Das Konzentrationslager vor der Haustüre“

„Das Konzentrationslager vor der Haustüre“

Der Runde Tisch gegen Rechts lädt anlässlich der Ausstellung „Verbrannte Orte“ zu einer Lesung aus Willi Weilers biographischen Erlebnisbericht aus dem KZ Kemna in Wuppertal ein.

Beachten Sie das Begleitprogramm des Netzwerks gegen Rechts im Oberbergischen Kreis und und der Stadtbibliothek Hückeswagen sowie unseren Veranstaltungshinweis zur Weiterverbreitung (s.u.).

Beginn um 19:30 Uhr im Mehrzweckraum des Bürgerhauses, Schloßmacherstr. 4, 42477 Radevormwald

Am 9.11.2023, dem 85. Jahrestag der so genannten „Reichskristallnacht“, lädt der der Runde Tisch gegen Rechts in Radevormwald zu einer Lesung aus dem biographischen Erlebnisbericht „Kemna. Meine Erlebnisse im Konzentrationslager Wuppertal“ von Willi Weiler ein, einem Überlebenden des Konzentrationslagers Kemna.

Die Kemna war eines der ersten Konzentrationslager im deutschen Reich und ein Vorgeschmack auf die Terrorherrschaft der nächsten Jahre, ein Ort äußerster Brutalität. Das Buch wurde vom Jugendring Wuppertal 1998 heraus gegeben (ISBN 978-3-87093-081-3). Wir wollen damit einen Beitrag auch zu einer örtlichen Gedenkkultur leisten. Über 200 Radevormwalder wurden 1934 in „die Kemna“ verschleppt.

Gleichzeitig wollen wir an diesem Abend an die Opfer der als „Reichskristallnacht“ bekannten Novemberpogrome von 1938 erinnern. In den durch die NSDAP generalstabsmäßig organisierten Ausschreitungen wurden hunderte Jüdinnen und Juden ermordet, mindestens 300 nahmen sich selbst das Leben. Tausende Synagogen und jüdische Geschäfte wurden in Brand gesetzt oder verwüstet.

Die Lesung ist auch Teil des Begleitprogramms zur Wanderausstellung „Verbrannte Orte“, die die Koordinierungsstelle des Netzwerks gegen Rechts im Oberbergischen Kreis gemeinsam mit der städtischen Bibliothek Hückeswagen und unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dietmar Persian vom 03. November bis zum 01. Dezember 2023 in die Stadtbibliothek Hückeswagen geholt hat.

„Verbrannte Orte“, das sind Plätze, an denen während des Nationalsozialismus Bücherverbrennungen stattfanden und die heute oft eher unscheinbar daherkommen. Die Ausstellung präsentiert solche Orte, gibt Einblicke in das Leben von Autorinnen und Autoren, die betroffen waren, fragt nach Meinungsfreiheit – damals und heute, stellt Verbindungen ins Jetzt her und möchte erinnern, denn „es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen.“

Gemeinsamer Besuch der Ausstellung am 16.11.2023

Der Runde Tisch lädt außerdem zu einem gemeinsamen Besuch der Ausstellung am 16.11.2023 ein. Treffpunkte sind der Busbahnhof Radevormwald an der Haltestelle der Buslinie 339 um 17 Uhr, sowie um 17:45 vor der Bibliothek der Stadt Hückeswagen, Friedrichstr. 18-20 in 42499 Hückeswagen. 



Weitere Informationen zur Ausstellung „Verbrannte Orte“: https://stadtbibliothek-hueckeswagen.bibliotheca-open.de/

Bild: Die ehemalige Putzwollfabrik, das Hauptgebäude des KZ Kemna, im Jahr 2007 (Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0)



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert