Vor 85 Jahren: Die Ermordung von Guy Môquet in Châteaubriant

<strong>Vor 85 Jahren: Die Ermordung von Guy Môquet in Châteaubriant</strong>

Vor 85 Jahren, am 22. Oktober 1941, wurde der junge Kommunist Guy Môquet im Alter von 17 Jahren von den Hitler-Faschisten als Geisel in Châteaubriant, der französischen Partnerstadt Radevormwalds, in einem Racheakt ermordet. Er war gemeinsam mit anderen politischen Gegnern des Regimes von der französischen Kollaborationsregierung ausgeliefert worden. Guy Môquet war bereits im Jahr zuvor in Paris verhaftet worden, weil er kommunistische Schriften verbreitete. Er hatte sich für die Freilassung seines Vaters eingesetzt. Prosper Môquet war als Abgeordneter der Nationalversammlung für die kommunistische Partei nach deren Verbot verhaftet worden. Obwohl Guy Môquet freigesprochen wurde, blieb er ein Jahr bis zu seiner Ermordung in Haft.

Mit ihm starben 26 weitere Kommunisten aus dem Widerstand. Man hatte sie gezielt als Geiseln ausgewählt, um „zu verhindern, dass man 50 gute Franzosen erschießen lässt“, so der damalige Innenminister der Vichy-Regierung, Pierre Pucheu.

Dieses Massaker erschütterte die Franzosen. Am 31. Oktober legten viele Menschen im Land trotz des Besatzungsregimes nach einem über Radio verbreiteten Aufruf General de Gaulles für fünf Minuten die Arbeit nieder. Guy Môquets Abschiedsbrief an seine Familie wird in französischen Schulen am 22. Oktober gelesen. Guy schrieb: „Gewiss hätte ich gerne gelebt. Aber ich wünsche mir von Herzen, dass mein Tod zu etwas nütze ist…“

Sein Tod zeigte, dass Faschismus Willkürherrschaft und Terror bedeutet. Sein Tod lehrte uns auch, dass der Faschismus am Widerstand anständiger Menschen brechen wird. Guy Môquets Tod war nicht umsonst. Wir nehmen die Pflicht, an ihn zu erinnern, stolz an:

Guy Môquet ist ein Vorbild: Ein junger Mensch, der, kaum erwachsen, trotz größter Gefahr mutig das Richtige getan hat. Er ist ein Symbol des Sieges über den Faschismus, der ihn nicht brechen konnte. Der Runde Tisch bringt eine Gedenkpostkarte heraus, die ab November gegen eine kleine Spende zur Refinanzierung der Karten und der Fortsetzung des Projekts von uns bezogen werden kann. Wir nehmen diesen 85. Jahrestag zum Anlass, zu erklären: Wir setzen uns für ein jährliches Gedenken am 22. Oktober in unserer Stadt ein. Das schulden wir nicht nur Guy Môquet und all denen, die mit ihm gegen die Faschisten kämpften, sondern wir schulden es auch unserer eigenen Zukunft.

Wir werden uns in den kommenden Monaten an Vertreter der Stadt, der demokratischen Parteien und Vereine sowie religiösen Gemeinden wenden.

Unser Ziel ist ein gemeinsames, bejahendes Bekenntnis der demokratischen Gesellschaft zu Guy Môquet, dem Vorbild seiner Integrität und seinem Sieg über den Faschismus, der ihn nicht brechen konnte – sodass das antifaschistische, demokratische Radevormwald ein Zeichen setzt, das unseren Zeiten gerecht wird.

Bild: Gedenktafel zu Ehren von Guy Môquet in der „Carrière des Fusillés“ bei Châteaubriant
Micsterm, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons



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